Garmisch-Partenkirchen

Bei einer Bergtour wurde ein britischer Staatsangehöriger tödlich verletzt und ein amerikanischer Staatsangehöriger mit lebensgefährlichen Verletzungen geborgen

Am 30.12.15 begaben sich zwei befreundete Männer, ein 28jähriger, in Garmisch-Partenkirchen wohnhafter, Amerikaner und ein 33jähriger Brite auf eine Bergtour zum Blassengrat im Wettersteingebirge.
Mit der Kreuzeckbahn fuhren die beiden zum Kreuzeck und gingen über den Bernadeiensteig und Stuibenweg in Richtung Stuibensee, wo sie ein geplantes Biwak aufschlugen.
Am Sylvestertag begaben sie sich, gut ausgerüstet, in Richtung Blassengrat, eine besonders im Winter anspruchsvolle Gratbegehung. Über den Hohen Gaif hatten sie vor in Richtung Hochblassen zu klettern und anschließend über die Grießkarscharte und Grieskar wieder in Richtung Kreuzeck abzusteigen.
Wetterbedingt mussten sie jedoch am 31.12. ein weiteres Biwak am Grat einrichten und konnten erst am Morgen des Neujahrstages weitergehen. Aufgrund der widrigen äußeren Bedingungen nutzten sie den Notabstieg ins Grieskar.
Im unteren Drittel stürzten beide, an einem Seil gesichert, aus bisher ungeklärter Ursache ab. Die Sturzstrecke lässt sich nicht genau benennen, dürfte aber zwischen 100 und 150 Metern liegen.
Am 01.01., gegen 16 Uhr, meldete die Lebensgefährtin des Amerikaners die beiden als vermisst. Noch am Morgen des 01.01. teilten sie ihr per SMS mit, dass sie den Abstieg beginnen wollten.
Aufgrund der widrigen Witterung konnte kein deutscher Rettungshubschrauber ins Einsatzgebiet fliegen. Kurz vor der der hereinbrechenden Dunkelheit konnte ein österreichischer Rettungshubschrauber noch einen Überflug machen. Dieser führte jedoch nicht zum Auffinden der beiden Vermissten.
Am 02.01., um 07 Uhr, wurden erneute Suchmaßnahmen durch Polizei und Bergwacht eingeleitet.
Gegen 10 Uhr konnten die beiden Abgestürzten durch die Polizei und Bergwacht aus einem SAR Hubschrauber gesichtet werden. Der SAR Hubschrauber konnte trotz dichtem Nebel bis nach Garmisch-Partenkirchen fliegen und dort die Suchmaßnahmen durchführen.
Ein Bergwachtmann und ein Bergführer der Polizei stiegen aus dem Hubschrauber und konnten im Bereich des Grieskars an die beiden Abgestürzten herankommen. Dabei stellten sie fest, dass der britische Staatsangehörige tödliche Verletzungen erlitten hatte, der Amerikaner, trotz schwerer Verletzungen, jedoch noch am Leben war.
Sofort wurde eine Bergung durch Christoph Murnau veranlasst und der Schwerverletzte konnte gegen 10.45 Uhr geborgen und ins Klinikum Murnau geflogen werden.
Durch Kräfte der Bergwacht Garmisch und der Polizei wurde wenig später auch der Leichnam des 33jährigen Briten geborgen und mit dem SAR Hubschrauber ins Tal verbracht.

Polizei Garmisch-Partenkirchen | Bei uns veröffentlicht am 02.01.2016


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